Das Flugmodell

Sobald unter Modellfliegern das Thema Anfängermodell aufkommt gibt es auf den Plätzen immer wieder kleine Diskussionen. War es damals die Regel ein Modell ohne Querruder als Einsteigermodell zu wählen, so ist dies heute nicht mehr der Fall! Ein alter Hase im Modellbau wird jedoch meist zu einem Modell ohne Querruder raten, der junge Modellflieger eher zu einem Modell welches über alle Achsen gesteuert wird. Die Wahl eines Modellflugzeugs mit Querruder ist auch ganz klar meine Empfehlung, allerdings hat dies auch einen Nachteil. Der Flugschüler muss hierbei lernen auch mit dem Seitenruder zu fliegen. Gerne wird das Seitenruder vergessen und Kurven unschön mit dem Quer- und Höhenruder geflogen. Etwas Seitenruderunterstützung lassen Kurven wesentlich eleganter aussehen! Ein erfahrener Pilot an der Seite kann einem dabei helfen auch das Seitenruder korrekt einzusetzen.

Da wir nun wissen, dass ein Modell mit Motor, Seiten-, Quer- und Höhenruder benötigt wird müssen wir uns noch für die passende Größe und die Art des Modells entscheiden. Zum Einstig hat es sich bewährt auf Modelle mit mindestens 1500mm bis maximal rund 2000mm zurückzugreifen. Die erste Wahl sollte hierbei auf ein Segelflugzeug mit Elektroantrieb fallen. Diese fliegen in der Regel relativ langsam und auch eigenstabil. Das heißt, das Modell muss nicht während des gesamten Fluges aktiv gesteuert werden, der Pilot gibt die Richtung vor und greift dazwischen nur gelegentlich für Korrekturen ein. Das Segelflugzeug sollte aus einem Schaummaterial bestehen oder einen GfK Rumpf mit Balsa-Rippenflächen besitzen. Zur Zeit teste ich ein Modell mit einem Rumpf aus Kunststoff und Leitwerke sowie Tragflächen aus EPO (expandiertes PolyOlefin).

Neben den Segelflugzeugen gibt es aber auch Motormodelle welche sich zum Einstieg eignen. Hierbei empfehle ich aber, wie allgemein auch, einen Verein welchem einen beim Lernen unterstützt und vielleicht sogar die Möglichkeit des Leher/Schüler-Fliegens bietet. Bei einem Motormodell sollte es sich um einen sogenannten Hochdecker mit einer Spannweite von 1500mm bis etwa 1800mm handeln. Tief- oder Mitteldecker sind für den Einstieg eher ungeeignet. Hier eignen sich Modelle aus Schaum mit Elektroantrieb, wie aus Balsaholz gleichermaßen. Modelle aus Balsaholz können mit einem Elektromotor angetrieben werden, aber auch ein Methanol- oder Benzinmotor ist möglich. Die erste Wahl sollte, der Einfachheit halber, auf einen Elektroantrieb fallen. Aber auch Verbrennungsmotoren eignen sich, solange ein erfahrener Pilot zum Einstellen des Antriebes greifbar ist. Dabei sollte man auch beachten, dass ein Verbrennungsmotor in der Luft abstellen kann. Ein Elektromotor hingegen läuft immer, vorausgesetzt der Antriebsstrang ist ausreichend dimensioniert, was bei Einsteigermodellen mit vorgegebenem Antrieb immer der Fall ist.

Warum kein Modell größer oder kleiner als das angegebene Maß? Ganz einfach: Je kleiner das Modell, desto komplizierter ist es zu steuern. Je größer, je einfacher. Mit zunehmender Größe steigert sich allerdings auch die Komplexität der eingebauten RC-Elektronik. Somit sollte man zu Beginn eine sinnvolle Grenze setzen, diese liegt erfahrungsgemäß bei Segelmodellen bei etwa 2000mm und bei Motormodellen bei etwa 1800mm.

Geeignete Segelflugzeuge sind zum Beispiel:
- EasyGlider Pro von Multiplex
- Phönix von Hobbyking

Geeignete Motormodelle zum Beispiel:
- Mentor von Multiplex
- Bushmaster von Hobbyking