Von der Konstruktion zum fertigen Teil

Die CNC Technologie bringt im Modellbau viele Vorteile, jedoch muss man wissen wie man diese anwendet. Hier erkläre ich dir den gängisten Weg von der Idee bis zum fertigen Frästeil. Je nach Hersteller variieren teilweise die Datenformate, gerade was die Datei für die Frässteuerung angeht, jedoch haben sich einige Formate als die Regel erwiesen. Auf diese werde ich hier eingehen und den Weg von der Konstruktion zum fertigen Teil beschreiben.

Das Aussägen der Teile mit der Laubsäge gehört nun der Vergangenheit an, ist man den Umgang und den Ablauf mit der CNC Fräse gewohnt geht das Zeichen und anschließende Fräsen zum Beipsiel eines Spantes mit der CNC Fräse bedeutend schneller als mit der Hand. Gehen wir nun davon aus, dass wir einen Spant für ein Modell fräsen wollen. Nur die wenigsten bringen Erfahrung mit dem Umgang mit 3D Konstruktionssoftware mit, somit bleiben wir bei der Verwendung von 2D Software.

Zuerst musst du das Teil mit Hilfe eines CAD Programms konstruieren, hier bietet der Markt vom kostenlosen bis zur teuren und komplexen Software alles an. Gängige Programme sind zum Beispiel TurboCAD, AutoCAD oder aber auch das Zeichenprogramm Corel Draw®. Empfehlen kann ich dir aus eigener Erfahrung das Programm TurboCAD, hier bekommt man beim Hersteller eine kostenlose und vollfunktionsfähige Version die für den Hobbygebrauch absolut ausreichend ist. Ein kleiner Tipp für den Umgang mit dieser Software, informiere dich über folgende Funktionen: Fang, Versatz, Vektorversatz, Spiegeln, Stutzen, Objekt teilen und über die Symbolleiste Zeichenwerkzeuge. Dies sind die gängisten Funktionen zum Erstellen einfacher 2D Zeichnungen. Die nun hier erstellte Datei wird im Format dxf abgespeichert und findet im nächsten Programm Verwendung.

Nun lädst du die dxf-Datei in eine CAM Software, diese Software dient zum "Schreiben" des Fräsprogramms. Hier legst du nun fest mit welchem Fräser du wie tief welches Material bearbeiten willst. Zum Beipiel aus einer 3mm Pappelsperrholzplatte mit einem 1,2mm Fräser einen Spant mit Innen- und Außenkonturen ausschneiden und diesen jedoch mit Stegen im Rohmaterial halten. All diese Informationen werden in der CAM Software erfasst und dienen später der Frässteurung zur Bearbeitung des Material. Diese Informationen werden zum Abschluss in einer nc-Datei gespeichert. Gängige CAM Software ist zum Beispiel BoCNC, Cut2D oder ESTLCAM.

Anschließend wird die nc-Datei in die Software zur Frässteuerung geladen, nutzt man zum Beipsiel WinPCNC so sieht man die zuvor erstellte CAD Datei nun als Vorschau auf dem Rechner der Frässteuerung. Jetzt muss lediglich das Material auf der Opferplatte befestigt und der Nullpunkt des Rohmaterials festgelegt werden. Anschließend kann das gewünschte Teil ausgefräst werden. Neben WinPCNC gibt es auch noch das weit verbreitete Mach3 oder spezielle Software von den Herstellern der Fräse.

Zusammenfassend brauchst du also drei unterschiedliche Programme, ein CAD Programm, eine CAM Software und eine Software zur Frässteuerung. Daraus ergibt sich der folgende, immer gleichbleibende Ablauf:

Teil im CAD Programm zeichen → Erstellen des Fräsprogramms in der CAM Software → Fräsen des Bauteils an der Fräse mit Hilfe einer Software zur Frässteuerung